ein bisschen #novemberluft

Warum wir ein ganzes Wochenende im Wald verbringen? Weil wir es können. Und weil wir es wollen. Ganz einfach. Ja, hin und wieder habe auch ich Gedanken wie „Warum um alles in der Welt hocke ich hier eigentlich gerade im Regen und starre einen, vielleicht auch zwei oder drei Bäume an? Warum setze ich mich freiwillig diesem zeitweise wirklich ekelerregenden Novemberwetter aus, wenn ich es zu Hause viel besser, vor allem aber viel wärmer haben könnte?“ – in der Regel verfliegen derartige Gedanken jedoch genauso schnell, wie sie sich in mein kleines Köpfchen geschlichen haben. Vermutlich wollen sie mich einfach nur ärgern. Es scheint manchmal wahrhaftig, als säßen Engel und Teufel auf meinen Schultern. Letzten Endes ist es dann lediglich der innere Schweinehund, der überlistet werden muss, um das Novemberwetter auszuhalten.

Novemberwetter? Das war in meinem Fall überwiegend Regen von allen Seiten, gepaart mit Windböen, die sich selbst unter die letzte Kleidungsschicht drängeln konnten. Ja, natürlich wäre es besonders in solchen Momenten auf dem Sofa gemütlicher – weil es dort warm ist, weil es dort kein Novemberwetter gibt. Aber: Ich für meinen Teil bin definitiv lieber draußen als drinnen. Frische Luft tut bekanntlich mehr als gut. Das bisschen Regen und die von Minute zu Minute immer stärker spürbare Kälte nehmen wir durchaus gerne in Kauf, um dort draußen zu sein. Mitten im Novemberwald. Um dort auf unseren Sitzen zu verharren. Um zu sinnieren, um zu beobachten und vor allem aber, um sie zu genießen, die Natur. Mit all ihren Facetten. Mit all ihren Wetterumschwüngen. Mit all den Erlebnissen, die sie uns dort draußen schenkt. Mit den Erfahrungen, die sie uns sammeln lässt. Und mit den Lehren, die sie uns mit auf den Heimweg gibt. Nichts ist so, wie es einmal war. Alles verändert sich, alles ist im Wandel. Bestes Beispiel sind wohl unsere vier Jahreszeiten oder das Wetter: Nach Regen folgt Sonnenschein. Klingt nicht nur logisch, ist sogar wahr. Wenn wir also da draußen sind, dann erleben wir nichts anderes als Natur. Und im besten Fall auch pures Glück. Genau, weil wir es wollen. Wir wollen ein Teil von ihr werden. Wir verschmelzen geradezu mit ihr und geben uns erst zu erkennen, wenn es von uns verlangt wird, um im entscheidenden Moment so unentdeckt wie möglich zu bleiben. Diese Zeit in der Natur, besonders im Wald ist unheimlich wertvoll und lebensbereichernd. Eine Zeit, auf die ich niemals auch nur ansatzweise verzichten wollte. Eine Zeit, die ich bereits jetzt wieder vermisse. Wenn ich dann gerade im Warmen hocke, stickige Büroluft einatme und diesen Text verfasse. Ich sehne mich nach der Ruhe, die die Natur ausstrahlt, nach der Stille des Waldes und nach der frischen Novemberluft. Zu wissen, dass diese Luft da draußen ist und ich einfach nur die Haustür öffnen muss, um sie genießen zu können, ist für mich wahrer Luxus. Mehr geht nicht. Für diesen Luxus gehe ich eben viel zu gerne in den Wald und verbringe zum Teil sogar ganze Wochenenden dort – auch im November, wenn es kühler wird und der Winter allmählich an der Tür klopft. Denn auch dann, und manchmal sogar gerade dann, kann uns die Natur verzaubern…